Sport kann alles? 2. INTERDISZIPLINÄRER SPORTKONGRESS Montag, 20. September 2010, Kornhausforum BernÜber die reine Freizeitbeschäftigung hinaus wird heute vom Sport erwartet, dass er faires Verhalten, interkulturelle Integration, Sucht- und Gewaltprävention, Eingliederung von Randgruppen und Quartieraufwertungen fördert. Im Rahmen eines interdisziplinären Fachkongresses am 20. September in Bern setzten sich Fachleute aus verschiedenen Bereichen mit der Frage auseinander, inwiefern Sport als Lösung im präventiven und integrativen Bereich einen Beitrag leisten kann und welche Rahmenbedingungen dafür notwendig sind. Der Kongress „Sport kann alles?“ in Bern wurde vom Förderverein Midnight Projekte Schweiz in Partnerschaft mit der Laureus Stiftung Schweiz angeboten.
Kurzer Rückblick Kann der Sport alleine alles Unheil lösen und zur Verhaltensänderung bewegen? Und wie müssen die Sportangebote aussehen, damit „der“ Sport tatsächliche diese Rolle übernehmen kann? Dies waren die Fragen, die im Rahmen des Kongresses diskutiert wurden. Prof. Dr. Roland Seiler (Universität Bern) zeigte auf, dass eine Verhaltensänderung bei den Jugendlichen nur dann erfolgen könne, wenn das Sportangebot gewisse Anforderungen erfüllt und Rahmenbedingungen gesetzt werden (welche Sportart, wer leitet das Sportangebot, herrscht eine kompetitive Stimmung vor, welche soziale Gruppen sind daran beteiligt, ist die Heterogenität der Zielgruppen gewährleistet, erfolgt eine Mischung unter den Geschlechtern usw.). Grundsätzlich könne aber festgestellt werden, dass Sport gesund sei, zur Steigerung des Wohlbefindens führe, die Stresswahrnehmung vermindere, die Gewaltbereitschaft eher verringere und die Integration Jugendlicher in die Gesellschaft fördere. Sportler seien aber nicht „a priori die besseren Menschen“ und Sport im Allgemeinen könne nicht als DAS Heilmittel in allen Situationen angesehen werden.
Im ersten Teil, moderiert von Kurt Aeschbacher, diskutieren im Forum Markus Wolf, Leiter des Jugend und Erwachsenensports beim Bundesamt für Sport (BASPO), Rolf Heusser, Präsident der Offenen Jugendarbeit in der Schweiz (DOJ) und Livia Salis Wiget, Heilpädagogin und Mitglied der Eidgenössischen Kommission für Kinder- und Jungendfragen (EKKJ) über die Chancen und Risiken des Sports aus ihrer Sicht. Auch da wurde klar, dass es per se nicht DAS Sportangebot gibt, das alle Probleme löst und Jugendliche integriert und sozialisiert. Wie bereits im ersten Teil wurde darauf hingewiesen, dass gewisse Rahmenbedingungen gesetzt werden müssen, damit die Sportangebote die erwartete Wirkung entfalten können. Im Rahmen der angebotenen Workshops zu einzelnen Themenkreisen (Integration mit dem Sport, Mädchen im Sport, Grenzen der offenen Jugendarbeit, Risikoverhalten von Geschlechtern beim Sport, Chancen(un)gleichheit, Gewaltprävention dank Sport, Suchtmittel und Sport uns Freiräume schaffen) diskutierten die Teilnehmer aus unterschiedlichen Bereichen und entwickelten zu den Problemkreisen konkrete Lösungen vor allem zur Frage wie Sportangebote in der Zukunft gestaltet werden müssen, um im präventiven oder integrativen Bereich einen Beitrag leisten zu können.
Im zweiten Teil, ging es dann um einen jungen Blick auf den Sport. Bei Kurt Aeschbacher erzählten Ariella Kaeslin (Turneuropameisterin), Yolanda Oluoma (Fussballspielerin und Darstellerin im Dokumentarfilm „Pizza Bethlehem“ und Niels Kuipers (Midnight Juniorcoach und Pfadi), wie sie den Sport erleben und welche Rolle er in ihrem Leben spielt. Sie zeigten alle auf, dass sie dank dem Sport gelernt haben, sich Grenzen zu setzen, hart an einem Ziel zu arbeiten und Niederlagen zu verkraften. | 
Arena-Diskussion: Kurt Aeschbacher in der Diskussion mit Markus Wolf, Leiter Jugend- und Erwachsenenensport BASPO, Rolf Heusser, Präsident des Dachverbands offene Jugendarbeit Schweiz DOJ und Livia Wiget-Salis, Mitglied der Eidg. Kommission für Kinder- und Jugendfragen. 
Bänz Friedli mit seinem eindrücklichen und präzisen Einblick in die aktuelle Kultur von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. 
Junge Portraits: Kurt Aeschbacher im Gespräch mit Yolanda Oluoma, Fussballspielerin & Darstellerin im Film "Pizza Bethlehem", Bern BE, Ariella Kaeslin, Kunstturneuropameisterin & Botschafterin Laureus Stiftung Schweiz und Niels Kuipers, Midnight Juniorcoach und Pfadi, Gränichen AG 
Viele spannende Diskussionen und Ideen in den acht Themenkojen des Kongresses: 1. Integration, 2. Mädchen & junge Frauen im Sport – 3. Jugendarbeit im Sport – 4. Risikoverhalten – 5. Chancen(un)gleichheit – 6. Gewalt – 7. Suchtmittel im Sport und 8. Freiräume schaffen Einem breiten wissenschaftlichen Einblick von Prof.Dr. Roland Seiler, Dozent am Sportwissenschaftlichen Institut der Universität Bern

Und dazwischen viel Austausch zwischen den Fachbereichen Jugendarbeit, Vereins- und Verbandssport, Integration, Suchtmittelprävention, Gewalt- und Vandalismusschutz, Sportpädagogik, Schule und weitere.
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